Ole Werner 2026: Wie der RB-Leipzig-Trainer trotz Champions-League-Qualifikation vor dem Aus steht
Es ist eine Geschichte, die den modernen Profifußball in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zeigt. Ole Werner qualifizierte RB Leipzig zurück für die Champions League — und steht trotzdem vor dem Rauswurf. Ein 38-Jähriger, der in drei Jahren als Cheftrainer Werder Bremen aus der zweiten Liga zurück ins europäische Geschäft geführt und dann in Leipzig einen Verein stabilisiert hat, der in der Vorsaison Siebter wurde. Und doch reicht das nicht. Denn im Red-Bull-System zählen nicht nur Ergebnisse. Es zählt, wer hinter dir steht — und wer nicht mehr.
Wer ist Ole Werner? Herkunft, Alter und Karriereweg
Ole Werner wurde am 4. Mai 1988 in Deutschland geboren — ein Kind der Generation, die mit dem Ballbesitzfußball der Nullerjahre aufwuchs und die Trainerlaufbahn früh als ihre eigentliche Berufung erkannte. 2026 ist er 38 Jahre alt — einer der jüngsten Cheftrainer, die je an der Seitenlinie eines Champions-League-Vereins gestanden haben.
Seine aktive Karriere als Spieler war kurz und überschaubar. Was ihn früh interessierte, war das Taktische — das Verstehen von Spielsystemen, das Entwickeln von Spielern. Er begann seine Trainer-Karriere in den Nachwuchsbereichen, bevor er 2020 Cheftrainer des Holstein Kiel in der zweiten Bundesliga wurde. Mit Kiel erarbeitete er sich einen Ruf als taktisch kluger, kommunikationsstarker Trainer — jemand, der junge Spieler entwickelt und klare Strukturen schafft.
Dieser Ruf öffnete im November 2021 die Tür zu Werder Bremen — einem Traditionsklub, der zu diesem Zeitpunkt in der zweiten Liga um den Wiederaufstieg kämpfte. Was Ole Werner dort leistete, ist einer der bemerkenswertesten Trainer-Aufstiege der jüngeren Bundesliga-Geschichte.
Die Stationen: Von Kiel über Werder nach Leipzig
Bei Werder Bremen übernahm Werner einen Klub, der nach dem Abstieg 2021 seinen Wiederaufbau dringend brauchte. Er lieferte: sofortiger Aufstieg in die Bundesliga, danach drei Spielzeiten in der Bundesliga ohne Abstiegsnot — für einen Klub wie Werder keine Selbstverständlichkeit. In 128 Pflichtspielen gewann er 52, ein Prozentsatz von gut 40 Prozent — solide für einen Aufsteiger, der keine Transfermittel eines Spitzenklubs zur Verfügung hat.
Am Ende der Saison 2024/25 entschied Werner, seinen auslaufenden Vertrag in Bremen nicht zu verlängern. Der SVW stellte ihn daraufhin sofort frei — eine übliche Reaktion bei Trainern, die in die Konkurrenz wechseln wollen.
Was folgte, war eine ungewöhnliche Konstellation: Jürgen Klopp, der seit Anfang 2025 als Global Head of Soccer bei Red Bull tätig ist, soll sich ausdrücklich für Werner als neuen Cheftrainer bei RB Leipzig ausgesprochen haben. Der Klub hatte zuvor Marco Rose im März nach einer schwachen Runde entlassen, Interimstrainer Zsolt Low hatte die Saison mit einem enttäuschenden siebten Platz zu Ende gebracht.
Die Ablöse-Verhandlungen waren zunächst kompliziert: Werder wollte sechs Millionen Euro für einen Trainer, dessen Vertrag sie selbst aufgelöst hatten. RB Leipzig wollte zwei bis drei Millionen zahlen. Am Ende einigte man sich — und Ole Werner unterschrieb in Leipzig einen Vertrag bis Sommer 2027.
Die erste Saison: Champions League zurück — und trotzdem Zweifel
Was Ole Werner in seiner ersten Saison bei RB Leipzig leistete, war auf dem Papier eindrucksvoll. Er führte den Klub zurück in die Champions League — nach einem siebten Platz in der Vorsaison eine klare Leistungssteigerung. Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff lobte Werner öffentlich in der Sport Bild: Werner tue dem Verein gut, mache es mit seiner ruhigen, unaufgeregten Art sehr gut und entwickle den Fußball dorthin, wo man ihn sehen möchte.
Das klang nach Harmonie. Es war keine.
Denn parallel zu den öffentlichen Lobworten liefen intern Bewertungen, die ein anderes Bild zeichneten. Die Champions-League-Qualifikation wurde nicht nur Werners taktischer Klasse zugeschrieben — laut internen Stimmen spielten dabei auch individuelle Klasse-Leistungen, allen voran die von Stürmer Yan Diomande, und ein gehöriges Maß Spielglück eine entscheidende Rolle.
Die Vorwürfe: Was intern gegen Ole Werner spricht
Was sich im Sommer 2026 Bahn brach, war eine Sammlung von Kritikpunkten, die offenbar schon länger in der Red-Bull-Zentrale kursierten.
Der gravierendste Punkt: die Bilanz gegen die Top-6 der Bundesliga. In zehn Duellen gegen Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und die anderen Spitzenklubs holte RB Leipzig unter Werner gerade mal zwei Siege. Das ist eine Quote, die für einen Verein mit Champions-League-Anspruch nicht akzeptabel ist — und die Klopp intern besonders kritisch beäugt haben soll.
Der zweite Punkt trifft tiefer: Nicht-Stammspieler, die das Vertrauen in Werner verloren haben sollen — darunter Spieler wie Andrija Maksimovic und Johan Bakayoko, die Klopp selbst nach Leipzig gelotst hatte und die ihm persönlich wichtig sind. Wenn der Global Head of Soccer Spieler nach Leipzig holt, die anschließend beim Cheftrainer nicht spielen, entsteht Reibung. Diese Reibung ist offenbar zu groß geworden.
Und dann ist da noch das erkaltete Verhältnis zu Jürgen Klopp selbst. Was zunächst wie eine solide Zusammenarbeit begann — Klopp empfahl Werner, Werner wurde verpflichtet, Klopp lobte — scheint in eine Distanz gekippt zu sein, die intern als das eigentliche Kernproblem gilt.
Das ist das Klopp-Paradox, das diese Geschichte so besonders macht: Klopp war Werners größter Fürsprecher beim Einstieg — und soll nun sein aktivster Kritiker beim Abgang sein. Wer das Red-Bull-System versteht, versteht, warum das entscheidend ist. Im Red-Bull-Kosmos gibt es eine Hierarchie, und wer dort an der Spitze kein Vertrauen mehr genießt, hat keinen sicheren Stand — unabhängig von Tabellenplätzen und Champions-League-Qualifikationen.
Der Nachfolger: Martin Demichelis und die Padel-Connection
Als Top-Favorit auf die Nachfolge von Ole Werner gilt Martin Demichelis — der argentinische Ex-Profi, der zuletzt RCD Mallorca trainierte. Was die Verbindung Demichelis-RB Leipzig besonders macht: Er und Jürgen Klopp kennen sich vom Mallorca Country Club in Santa Ponca, wo beide dem Padel-Sport frönen. Auch Klopps Sohn Marc ist dort regelmäßig unterwegs.
Das klingt nach einer Nebengeschichte. Im Red-Bull-System ist es das nicht. Vertrauen entsteht dort nicht nur durch Tabellenplätze, sondern durch persönliche Beziehungen — und Demichelis hat eine zu Klopp, die Werner nicht hatte.
Demichelis verlängerte zwar unlängst seinen Vertrag in Mallorca bis 2028 — aber mit einer Ausstiegsklausel. Konkrete Einigung mit RB Leipzig gab es zuletzt noch nicht. Dass sein Name aber so prominent in allen Berichten auftaucht, lässt kaum Zweifel daran, wohin die Reise geht.
Ole Werner privat: Familie, Freundin, Privatleben
Über das Privatleben von Ole Werner ist wenig bekannt — er hält es konsequent aus der Öffentlichkeit heraus. Öffentliche Informationen zu Freundin oder Ehefrau, Kindern oder Familienverhältnissen hat er nie geteilt. Das passt zu einem Trainer, der auf Pressekonferenzen lieber über Fußball spricht als über sich selbst.
Was man weiß: Werner gilt intern als ruhiger, nachdenklicher Typ — einer, der Konflikte lieber löst als eskaliert, der Strukturen schafft und Spielern Klarheit gibt. Diese Eigenschaften machten ihn in Kiel und Bremen erfolgreich. Ob sie für das Red-Bull-System ausreichen, hat 2026 eine überraschend klare Antwort bekommen.
Fazit: Ole Werner — Ein Trainer, der das System überfordert hat
Ole Werner ist kein gescheiterter Trainer. Er ist ein guter Trainer, der in ein System geraten ist, das mehr verlangt als gute Arbeit: Es verlangt die Gunst der Richtigen. Diese Gunst hatte er — und verlor sie, während die Tabelle nach oben zeigte. Das ist nicht nur Ole Werners Geschichte. Das ist eine Geschichte über den modernen Profifußball, in dem Macht und Vertrauen wichtiger sind als Ergebnisse. Für Werner beginnt jetzt das nächste Kapitel. Und für RB Leipzig die nächste Suche.
FAQs: Ole Werner
Warum wird Ole Werner bei RB Leipzig entlassen?
Trotz der Champions-League-Qualifikation soll das interne Vertrauen in Ole Werner stark gesunken sein. Kritisiert werden vor allem die schlechte Bilanz gegen Top-6-Klubs (nur 2 Siege in 10 Spielen), Unzufriedenheit bei Nicht-Stammspielern sowie ein erkaltetes Verhältnis zu Jürgen Klopp, dem Global Head of Soccer bei Red Bull.
Wie alt ist Ole Werner?
Ole Werner wurde am 4. Mai 1988 geboren und ist 2026 38 Jahre alt. Er gehört damit zu den jüngsten Cheftrainern, die je einen Champions-League-Klub betreut haben.
Was waren Ole Werners bisherige Trainerstationen?
Ole Werners Karriere führte ihn von den Nachwuchsbereichen über Holstein Kiel (2020–2021) zu Werder Bremen (November 2021 bis Mai 2025) und schließlich zu RB Leipzig (Sommer 2025 bis voraussichtlich Sommer 2026).
Wer ist Ole Werners Nachfolger bei RB Leipzig?
Als Top-Favorit gilt Martin Demichelis, der argentinische Ex-Profi und frühere Trainer von RCD Mallorca. Klopp soll ihn persönlich befürworten. Eine offizielle Einigung war zuletzt noch nicht bestätigt.
Wie hoch war die Ablöse für Ole Werner beim Wechsel zu RB Leipzig?
Werder Bremen forderte ursprünglich 6 Millionen Euro Ablöse für Werner, dessen Vertrag noch bis Sommer 2026 lief. RB Leipzig wollte lediglich 2 bis 3 Millionen zahlen. Am Ende einigte man sich auf einen Betrag, der nicht öffentlich bestätigt wurde.
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