July 14, 2026
Deutschland gegen Paraguay: WM-Aus im Elfmeterschießen – Was in Boston wirklich passiert ist
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Deutschland gegen Paraguay: WM-Aus im Elfmeterschießen – Was in Boston wirklich passiert ist

Jul 2, 2026

Es ist das Bild, das sich ins kollektive Gedächtnis einbrennt: Jonathan Tah, der Ball fliegt weit über das Tor. Ein Stadion in Boston, das kurz in Stille versinkt. Und dann das Bewusstsein, das sich langsam ausbreitet: Es ist vorbei. Deutschland scheidet bei der WM 2026 im Sechzehntelfinale gegen Paraguay aus — 1:1 nach 120 Minuten, 3:4 im Elfmeterschießen. Zum dritten Mal in Folge ist der WM-Traum frühzeitig geplatzt. Und diesmal tut es besonders weh.

Was im Spiel passiert ist

Es begann mit einer Überraschung. Bundestrainer Julian Nagelsmann entschied sich, Superjoker Deniz Undav statt Jamal Musiala in die Startelf zu beordern — mehr Robustheit gegen den physisch starken Gegner aus Südamerika sollte her. Die Nation wollte Undav, die Nation bekam Undav. Was folgte, war einer seiner enttäuschendsten Auftritte im DFB-Trikot: acht Ballkontakte in der ersten Halbzeit, 25 Prozent Passquote, 14 Prozent gewonnene Zweikämpfe.

Paraguay machte es anders. Sie bellten schon die Hymne, als wollten sie die Deutschen auffressen. Julio Enciso traf in der 42. Minute per Kopf — ein Tor, das aus dem Chaos einer Standardsituation entstand und das DFB-Team auf den Boden zurückholte. Kai Havertz glich kurz nach der Pause aus, Florian Wirtz legte perfekt auf ihn ab — 1:1.

Was dann folgte, waren 60 weitere Minuten Zermürbung. Hohes Passspiel, wenig Tiefe, kaum Kreativität. Paraguay verteidigte mit einer Disziplin, die beeindruckte. Deutschland schoss zwar mehr, schoss aber gegen Gott.

Das Tor, das keines sein durfte

Der Moment, der alles entschieden haben könnte: 102. Minute, Verlängerung. Jonathan Tah trifft nach einer Ecke per Kopf zum vermeintlichen 2:1. Das Stadion explodiert, Nagelsmann springt von der Bank. Dann kommt die Video-Assistentin Tatiana Guzman. Schiedsrichter Jalal Jayed schaut sich die Szene noch einmal an — und wertet ein Blocken von Waldemar Anton gegen Paraguays Torhüter Gill als Foul. Tor aberkannt.

Nagelsmann rastet aus, sieht Gelb. Experten reagieren fassungslos. Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer sagt im ZDF: „Mir fehlen die Worte. Die Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar.” Nagelsmann selbst nennt es später eine „Vollkatastrophe”. Er hat nicht unrecht.

Das Elfmeterschießen, das Deutschland zerbrochen hat

Als alles auf die Elfmeter hinauslief, schien Deutschland zunächst gut aufgestellt. Manuel Neuer im Tor, erfahrene Schützen — die Voraussetzungen stimmten. Doch dann:

Kai Havertz scheitert als Erster an Paraguays Torwart Gill. Kimmich trifft, Gomez für Paraguay trifft, Musiala trifft, Galarza trifft. Nick Woltemade verschießt. Sanabria für Paraguay schießt vorbei. Amiri trifft. Neuer hält gegen Balbuena — der Moment, auf den Deutschland gewartet hat. Und dann: Jonathan Tah. Der Mann, dem das Tor aberkannt wurde. Der Mann, dem es oblag, Deutschland zu retten. Sein Schuss fliegt weit über das Tor, hoch auf die Tribüne. José Canale verwandelt für Paraguay. 3:4. Aus.

Nagelsmanns Zukunft — und Jürgen Klopp im Stadion

Nach dem Spiel stellte sich Julian Nagelsmann der Frage, die alle bewegt: Bleibt er? Seine Antwort war vorsichtig, aber klar: „Ich bin auf jeden Fall keiner, der wegläuft. Ich habe Vertrag und ich stehe zur Verfügung.” Die Entscheidung liege bei anderen. Sein Vertrag läuft bis 2028.

Dass Jürgen Klopp das Spiel live vor Ort verfolgte, ist kein Zufall. Er gilt als Nagelsmanns wahrscheinlicher Nachfolger, sollte der DFB einen Wechsel beschließen. Klopp saß in Boston und sah ein Trauerspiel. Man kann nur spekulieren, was er dachte.

Was dieses WM-Aus bedeutet

Es ist die dritte WM in Folge, bei der Deutschland so früh wie möglich ausscheidet. 2018 Gruppenphase. 2022 Gruppenphase. 2026 Sechzehntelfinale — das erste K.o.-Spiel seit dem Finaltriumph 2014. Zwölf Jahre, ein K.o.-Spiel, ausgeschieden. Das ist keine Pechsträhne mehr. Das ist ein strukturelles Problem, das der DFB in der Abseits-Pause nun aufarbeiten muss.

Was bleibt: Ein Turnier mit Höhen — der 7:1-Auftakt, Undavs Joker-Doppelpack — und einem bitteren Ende. Ein Tor, das zählte, aber aberkannt wurde. Drei Spieler, die im entscheidenden Moment scheiterten. Und ein Land, das wieder auf die nächste Chance wartet.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann ist Deutschland bei der WM 2026 ausgeschieden?
Deutschland schied am 29. Juni 2026 im Sechzehntelfinale gegen Paraguay aus. Nach 1:1 nach Verlängerung verlor die DFB-Elf das Elfmeterschießen mit 3:4.

Wer hat die Elfmeter für Deutschland verschossen?
Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah verschossen ihre Elfmeter. Kimmich, Musiala und Amiri trafen. Neuer hielt einen Elfmeter, konnte das Ausscheiden aber nicht verhindern.

Warum wurde Jonathan Tahs Tor aberkannt?
Das Tor in der 102. Minute der Verlängerung wurde nach VAR-Überprüfung aberkannt, weil Schiedsrichter Jalal Jayed ein Foulspiel von Waldemar Anton an Paraguays Torwart Gill wertete. Die Entscheidung war höchst umstritten und wurde von Experten scharf kritisiert.

Bleibt Julian Nagelsmann Bundestrainer?
Nagelsmann hat nach dem Spiel erklärt, dass er zur Verfügung stehe, die Entscheidung aber nicht bei ihm liege. Sein Vertrag läuft bis 2028. Der DFB muss nun entscheiden, ob er weiter auf Nagelsmann setzt.

Wie oft ist Deutschland in der ersten K.o.-Runde einer WM ausgeschieden?
Mit dem Aus gegen Paraguay schied Deutschland erstmals seit 64 Jahren in der ersten K.o.-Runde einer WM aus. Es war gleichzeitig das erste K.o.-Spiel seit dem WM-Finale 2014.

Fazit

Was in Boston passiert ist, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Deutschland hatte eine Chance — und sie nicht genutzt. Ein aberkanntes Tor, drei verschossene Elfmeter, zwölf Jahre Warten auf eine neue K.o.-Runde. Der Traum vom fünften Stern ist geplatzt. Was jetzt kommt, muss der DFB entscheiden. Und Deutschland wird warten. Wieder.

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